Gibt es
eine
Lösung?

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Kontakt: info@reetdach-sterben.de

Interview (Reetdacheigentümer fragt Rechtsanwalt)

Frage: Ich habe den Verdacht, dass sich mein Reetdach durch Pilzbefall frühzeitig zersetzt. Wie gehe ich vor, damit ich meine Ansprüche gegen das ausführende Handwerksunternehmen durchsetzen kann?

Antwort: Bevor über die Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen gegenüber dem Handwerksunternehmen nachgedacht wird, muss festgestellt werden, ob sich die Gewährleistungsansprüche nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) oder nach der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB/B) richten. Das BGB ist ausgelegt für Gewährleistungsansprüche sämtlicher Werkverträge. Die VOB/B ist hingegen ein Spezialgesetz, welches ausschließlich für Bauverträge erlassen wurde. Die Abgrenzung ist allein deshalb von großer Bedeutung, weil die Ansprüche des Geschädigten nach dem BGB in fünf Jahren und nach der VOB/B in vier Jahren verjähren.

Frage: Wie mache ich nun meine Ansprüche gegen das ausführende Handwerksunternehmen geltend?

Antwort: Um überhaupt Ansprüche gegen das ausführende Handwerksunternehmen zu haben, muss der Betroffene nachweisen, dass das verwendete Reet mangelhaft war. Ein Mangel liegt nach dem Gesetz zumindest dann vor, wenn sich das Werk nicht für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann. In der Regel halten Reetdächer mindestens 20 Jahre. Wenn eine Zersetzung des Reets aber bereits nach zwei bis drei Jahren einsetzt und die Mindesthaltbarkeit nicht zu erwarten ist, spricht dies für einen Mangel. Dieser Mangel sollte dann umgehend bei dem Handwerksunternehmen schriftlich angezeigt werden.

Frage: Was aber ist, wenn der Unternehmer einwendet, dass die Zersetzung auf ein Verhalten des Betroffenen zurückzuführen ist, wie zum Beispiel Hinterlüftung oder falsche Dämmung?

Antwort: Ob diese Gründe tatsächlich zu der rasanten Zersetzung des Reets führen können, erscheint mehr als fragwürdig. Tatsache ist und bleibt aber, dass im schlimmsten Fall der Betroffene vor einem Gericht beweisen muss, dass das Reet als Baustoff bei der Verarbeitung bereits mangelhaft war. Neueste Untersuchungsergebnisse der Universität Greifswald deuten nun darauf hin, dass das verarbeitete Reet aus China, Osteuropa und der Türkei vielfach mit Pilzen befallen ist, die die Zellstrukturen des natürlichen Baustoffes frühzeitig zersetzen.

Frage: Wie kann ich die Mangelhaftigkeit des Reets im Streitfall aber konkret nachweisen?

Antwort: Dies wird wohl nur durch ein Sachverständigengutachten möglich sein. In diesem Fall müssen von dem Dach Proben entnommen und in einem Labor auf Pilzbefall untersucht werden.

Frage: Wie setze ich meine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem ausführenden Handwerksunternehmen durch?

Antwort: Wie bereits erwähnt, sollte der Mangel zunächst bei dem Handwerksunternehmen schriftlich angezeigt werden. Ferner sollte der Unternehmer unter angemessener Fristsetzung dazu aufgefordert werden, den Mangel zu beseitigen. Gesteht das Unternehmen den Mangel ein, muss nachgebessert werden. Die Art der Ausführung ist dabei allein dem Unternehmer überlassen. Er muss auch für sämtliche Kosten der Nachbesserung aufkommen. Insgesamt steht dem Unternehmer ein zweimaliges Nachbesserungsrecht zu.

Frage: Welche Möglichkeiten habe ich, wenn sich das Handwerksunternehmen weigert, die Mängel zu beseitigen?

Antwort: Weigert sich das Unternehmen, die Nachbesserung durchzuführen oder reagiert das Unternehmen nicht innerhalb der gesetzten Frist, besteht zum einen Anspruch auf eine sog. Selbstvornahme. Das bedeutet, dass die Mängel selbst, also durch ein anderes Unternehmen, fachgerecht behoben werden können und vom Unternehmer zusätzlich ein Vorschuss verlangt werden kann, damit die Mängel auf dessen Kosten beseitigt werden können. Dieser Anspruch kann nur im Rahmen einer sog. Vorschussklage geltend gemacht  werden. In diesem Verfahren muss dann wieder inzident geklärt werden, dass mangelhaftes Reet verwendet wurde. Ferner kann der Betroffene Schadensersatz verlangen.

Frage: Welche Möglichkeiten bestehen neben dem Klageverfahren?

Antwort: Neben dem Klageverfahren besteht die Möglichkeit, ein sog. selbständiges Beweisverfahren durchzuführen. Dieses gerade in Bauprozessen oft angewendete Verfahren dient zum einen dazu, Beweise zu sichern und zum anderen, einen oft langwierigen Bauprozess zu vermeiden. In diesem Fall klärt ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger, ob ein Mangel vorliegt und worauf dieser Mangel zurückzuführen ist. Es handelt sich damit quasi um eine vorweggenommene Beweisaufnahme, da sich viele Bauprozesse nur durch ein Sachverständigengutachten klären lassen. Ein weiterer Vorteil dieses Verfahrens ist, dass durch die Einleitung die Verjährungsfrist der Gewährleistungsansprüche gehemmt wird.

Frage: Wie sollen sich Betroffene verhalten, die von dem ausführenden Handwerksunternehmen eine Gewährleistungsverzichtserklärung vorgelegt bekommen?

Antwort: Von einer Unterzeichnung einer solchen Vereinbarung ist dringend abzuraten. Im Fall einer Unterzeichnung verlieren die Betroffenen sämtliche Gewährleistungsansprüche und bleiben auf ihrem Schaden sitzen. Zwar bestehen Zweifel, ob eine solche Vereinbarung überhaupt rechtlich zulässig ist. Damit diese Frage aber nicht gerichtlich geklärt werden muss, sollte eine solche Vereinbarung erst gar nicht unterzeichnet werden.

(Dieses Interview wurde uns von einem Rechtsanwalt zur Veröffentlichung an dieser Stelle freundlicherweise zur Verfügung gestellt)